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ADHS Trips - was ist das eigentlich genau?

Mit meiner typischen ADHS Euphorie wollte ich anfangen mit: Tadaaa, hier kommt unser erster ADHS Trip Reisebericht!


Aber nö, diese Einleitung passt nicht mehr.

Den Reisebericht wollte ich nämlich eigentlich schreiben, aber manchmal haben Texte durchaus ihren eigenen Kopf. Wenn ich eines als frühere Übersetzerin, Texterin und Autorin gelernt habe, dann das.


Also erzähle ich euch heute erst einmal genau, worum es bei unseren ADHS Reisen überhaupt geht und warum mein ADHS Blog gar nicht mal so ohne ist - also, für mich und meine Mental Health.


ADHS Probleme - so ein ganz kurzer Umriss

ADHS haben bedeutet häufig Desorganisation, emotionale Dysregulation, Probleme mit den exekutiven Funktionen, aber auch vieles mehr, worauf ich im Laufe des Blogs eingehen werde. Wie ich immer sage: ADHS ist nicht gleich "hibbelig und unkonzentriert" - es steckt so viel mehr dahinter.


Das wirkt sich natürlich auch auf Reisen aus. Koffer oder Taschen packen, buchen, eventuell umbuchen, planen, an Finanzen denken ...

Die einzige Zeit, in der man sonst an so viele Dinge denken muss, ist wahrscheinlich der Schulstart mit seinen zig Materiallisten. Eine durchgeplante Reise ist also immer eine echte Herausforderung für die exekutiven Funktionen und somit für Menschen mit ADHS.


Unsere ADHS Reisen sind gut geplant -also, theoretisch

Für eine Frau mit ADHS kann ich mich tatsächlich recht gut organisieren. Das heißt aber nicht, dass ich keine Kämpfe auszutragen habe. Denn häufig funktioniere ich, typisches Masking, nach außen hin und in meinem Kopf herrscht die blanke Panik. Ja, das geht auch mir als Coach so. Ich habe nur gelernt, das zu akzeptieren. Das gilt auch für die eine oder andere Fehlplanung. Probleme hat damit eher mein Umfeld. Und nein, damit meine ich nicht, dass jemand anderes für mich die Kohlen aus dem Feuer holen muss.

Ich habe 42 Jahre lang mit nicht-behandeltem ADHS gelebt. Glaubt mir, ich bin manches Mal durchs Feuer gelaufen.


Unsere ADHS Trips heißen also erst einmal deshalb so, weil sie zwar geplant sind, aber natürlich trotzdem manches schief läuft.


Aber was ist jetzt das Besondere an unseren ADHS Reisen?

Und sind es nicht einfach nur Kurztrips?


Nicht exakt, denn da gibt es schon einige besondere Aspekte, die ich euch nachfolgend erläutere.


Ich erzähle euch nämlich schonungslos ehrlich von unseren Tripps. Für mehr Sichtbarkeit von neurodiversen Menschen. Für mehr Ehrlichkeit im Netz. Wie wir Dinge verdaddeln oder vergessen. Wir wir flippen und uns anschreien. Wir wir unsere Stellplätze nicht finden, weil ich vergessen habe, die Adresse zu notieren. Wie wir Dinge an Stellplätzen liegen lassen und das 80 km weiter erst merken.


Und wie wunderschön unsere Reisen sind.


Wie unsere ADHS Trips so laufen, was alles vergessen wurde, wann und warum einer von uns ausflippt – hier bekommt ihr hautnah Einblicke in unsere Reisen mit ADHS.


Darüberhinaus gibt es von mir Skills und Tipps an die Hand, und zwar nicht nur was das Packen von Koffern angeht, sondern auch Reisetipps sowie Regeln im Umgang mit Therapie, therapeutischen Hilfsmitteln und Medikamenten im Ausland. Denn gerade was Letzteres angeht, solltet ihr Einiges beachten.


Das alles gibt es bei mir nicht geballt, so dass euer neurodivergentes Gehirn sofort abschaltet, sofort eingebettet in meine Reiseberichte. Videos sowie Fotos kommen darüberhinaus hinzu.


Das ist der nächste Grund, weshalb ich unsere Kurzreisen ADHS-Trips nenne: Ich informiere euch nebenbei über die Besonderheiten des ADHS-Gehirns im Vergleich zum neurotypischen Gehirn. Gewürzt werden meine Texte mit meinem typischen, teilweise auch recht schwarzen, Humor, seid also gewarnt. Ich bin mir sicher, wenn ihr ADHS habt, dann könnt ihr das ziemlich gut ab.


Thom Hartmann: Waren Menschen mit ADHS einst Jäger?

Der dritte Grund, warum unsere ADHS Trips so heißen, ist dieser: Seit Jahrhunderten ist ADHS in der medizinischen Fachwelt beschrieben, man höre und staune, heißt es doch immer wieder, ADHS sei eine Modeerscheinung und habe keine Daseinsberechtigung außer der, Medikamente wie Bonbons an Kinder zu verteilen. ADHS gab es jedoch schon immer; wahrscheinlich ist es mehr oder weniger so alt wie die Menschheit. Letzteres ist natürlich teilweise Spekulation.


Es hat jedoch einen Grund, weshalb ich beispielsweise sage, dass ADHS eben keine Erkrankung und keine Störung ist. Ich bin große Anhängerin der sogenannten Mismatch-Theorie nach Thom Hartmann. Er hat ein wunderbares Buch geschrieben, welches ich euch hier verlinke: https://t1p.de/o54cq

(unbezahlte Werbung)


Keine Angst, es ist kein dickes Fachbuch, sondern ziemlich dünn und auch einfach zu lesen. Es hat definitiv mein Leben verändert.

Kurz umrissen setzt Hartmann die typischen ADHS-“Symptome“ in einen steinzeitlichen Kontext – und voilá, man höre und staune, hier haben wir den perfekten Jäger, Spurensucher, Fährtenleser, Krieger.


Was die Träumerchen unter den ADHSlern angeht, so gab es schon immer Schamanen, Medizinmänner und -frauen und wer einmal ein „richtiges“ ADHS-Träumerchen live gesehen hat, eventuell noch mit einem Autismus on top, der kann nicht umhin, zu bemerken, dass diese Menschen irgendwie in andere Sphären zu blicken scheinen.


Ich möchte hier nicht näher auf diese Theorie eingehen, denn das ist Futter für einen anderen Text. Aber Fakt ist, auch deshalb heißen unsere Touren ADHS-Trips. Wir versuchen, so ursprünglich wie möglich zu leben. Ja, wir schlafen im Auto und fahren natürlich viel damit rum, wir gehen auch mal essen oder bei Regen in ein Museum, einen Indoor-Spielplatz oder Ähnliches. Das sind aber eher Ausnahmen. Im Grunde versuchen wir wirklich, in der Natur zu leben. So einfach wie möglich.


Und hier, in der Natur, passiert tatsächlich etwas Wunderbares: Wir rücken zusammen. Unser Geist beruhigt sich. Selbst unser Gedankenkarussel dreht sich etwas langsamer - wenn es auch nicht aufhört, zu rotieren.

Auch deshalb lieben wir unsere ADHS Trips.



So, das war erst einmal die Erklärung, warum unsere Trips so heißen, wie sie heißen.


Noch eine kleine Warnung zum Schluss: Manche kennen mich als Coach und Elterntrainerin. Dieser Blog wird Dinge über mich und meinen Charakter enthüllen, die einigen vielleicht nicht gefallen werden. Denn ich werde hier gnadenlos ehrlich sein. Das war ich schon, seit ich vor über einem Jahr mit meinen Coachings angefangen habe.


Nein, es wird nicht alles schick sein, wenn du meine Coachings buchst. Wir arbeiten gemeinsam daran, dass du zufriedener wirst.

Nein, du wirst nicht neurotypischer durch mein Coaching. Hast du das nicht – genau wie ich – ein Leben lang versucht? Neurotypisch zu funktionieren? Hat es geklappt?


Meine Coachings dienen dazu, dir im Alltag Hilfestellung zu geben. Insbesondere arbeite ich mit dir allerdings daran, dich selbst besser zu verstehen und dich in Liebe annehmen zu können.


Auch ich arbeite daran, mich selbst so lieben zu können, wie ich bin. Auch dazu dient dieser Blog: Ich mache mich hier ein bisschen „naggisch“. Und ich habe Narben und Falten.

Darf man natürlich gern im übertragenen Sinne verstehen (und psst, klar, auch im wörtlichen Sinne).


Ich bin ein Mensch, der sehr viel Liebe in sich trägt. Ich liebe das Leben, ich liebe andere Menschen (oder arbeite konstant daran, meine Liebe zu ihnen nicht zu verlieren), ich liebe vor allem meine Familie, insbesondere natürlich meine wundervollen Kinder, die zu begleiten ich jeden Tag die Ehre habe.


Aber ich bin auch ein Mensch, der 42 Jahre kämpfen musste, denn ich hatte nicht-diagnostiziertes und somit unbehandeltes ADHS. Die Dämonen aus dieser Zeit trage ich mit mir und mein großes Problem ist tatsächlich die emotionale Dysregulation. Auch das ist wiederum ein anderer Text.


Ich werde hier ehrlich sein. Ich werde hier Dinge schreiben, die manchen nicht gefallen werden; auch manche privaten Dinge, ohne meine Kinder zu sehr zu exponieren. Aber wahrscheinlich werden manche von euch an einigen Stellen den Kopf schütteln.


Ich sehe es als meine Aufgabe an, über ADHS zu informieren. Die wunderbaren, tollen Eigenschaften, die es mit sich bringt. Aber auch die Kämpfe, die Selbstzweifel, die Ohnmacht, die Paralyse, die Ängste und alles andere.


Gnadenlos ehrlich, so wie ich es in meinen Coachings ebenfalls bin. Ich bin mir der Tatsache, dass ich mich damit verwundbar mache, sehr bewusst.


Aber das bin ich.



Hi, ich bin Bianca Peiler, knapp 44, Diplom Übersetzerin, nun ADHS Elterntrainerin und Coach, Mama von drei tollen Kindern.


Und ich hab ADHS. Ich würd euch gern mitnehmen auf unsere ADHS-Trips. Ich freu mich auf eure Begleitung!

 
 
 

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